Magic Mirror – Spiegel mit Display

Magic Mirrors oder auch Smart Mirrors sind Spiegel, die hinter ihrer halbdurchlässigen Spiegelfront ein Display, zum Beispiel einen Monitor, verbergen, der Informationen und Bilder direkt in das Spiegelbild projizieren kann.
Dazu werden halbdurchlässige Spiegel, sogenannte Spionspiegel verwendet. Alternativ kann man auch normale Glasplatten oder Plexiglasplatten mit speziellen Spiegelfolien bekleben.

Es gibt einige tolle Ansätze für Magic Mirrors in allen Formen und Varianten. Was die meisten gemein hatten, und was mir absolut nicht gefallen hat war die Tiefe. Um die ganze Hardware, Monitor, Elektronik, Stecker etc zu verstauen, mussten die Spiegel sehr dick werden und standen dadurch sehr weit von der Wand ab.
Als ich mir mein Konzept für einen Spiegel überlegt habe, wollte ich das also vermeiden und musste daher die Hardware besonders modifizieren.

Die Basis bildet ein normaler 24″ Monitor von BenQ mit 1080p-Auflösung (GL2450)

Diese sind von Haus aus schon ziemlich dick. Daher zunächst natürlich Fuß und Gehäuse ab.

Bei diesem Modell befindet sich das Netzteil hinten am Panel. Nachdem ich es entfernt habe, war die Dicke schon sehr ansehnlich.

Um das benötigte Netzteil dennoch einzubauen und auch die restliche Hardware unter zu bekommen, habe ich alles auf eine Holzplatte seitlich zum Display angebracht.

Hier ist nun Platz für (von links nach rechts) Raspberry, LCD-Controller und Netzteil. Den Raspberry betreibe ich mit dem Netzteil des Displays, hierzu habe ich mir einfach eine 5V-Lötstelle auf der Platine gesucht und den Rasperry dort angelötet.

Nach Verlängerung einiger Anschlusskabel…

…. passt die Hardware wunderbar neben das Display

Nun kommt der Rahmen. Ich habe ihn mit Löchern oben und unten versehen, damit die Geräte nicht den Hitzetod sterben.

Anschließend habe ich den Rahmen verschraubt und die Aussparungen für die Anschlüsse eingefräst

Nun zum Herzstück des Projekts, dem Spionspiegel. Ich habe schon einige Magic Mirrors mit Spiegelfolie gesehen und auch selbst andere Projekte mit Spiegelfolie durchgeführt (Infinite Mirror Tisch) und war damit nie zufrieden. Darum habe ich einen echten Spionspiegel mit Silberbeschichtung vom Glaser nach Maß bestellt. Der Preis lag hierfür bei 80€. Da ich die restlichen Teile des Projektes aber alle noch Zuhause hatte, war der Preis für mich in Ordnung.

Um den Spiegel optisch noch schlanker zu bekommen, habe ich mir ein überstehendes Design überlegt, bei dem die Spiegelfläche über den Rahmen hinausragt.

Befestigt wird der Spiegel lediglich mit sehr starkem Klebeband(Montageband) was auch wunderbar funktioniert und bombenfest hält.

Erster Test mit installierter Software. Dazu später mehr.

Man kann an diese Spiegel noch diverse Mods anbringen. Kameras, Bewegungsmelder, Knöpfe, Lautsprecher. Aufgrund des minimalen Designs habe ich mich dafür entschieden das alles weg zu lassen und lediglich Touch-Sensoren unter das Glas zu bauen um damit z.B. den Bildschirm einzuschalten. Leider hatte ich nicht daran gedacht, dass das Silber in den Spiegeln Touch-Sensoren natürlich stört. Mit einer normalen Glasscheibe wäre das sicher kein Problem gewesen.

Hier so ein wirklich kleiner und wunderbar integrierbarer Touch-Sensor.

Deshalb habe ich mich dazu entschieden, die Touch-Sensoren unten am Rahmen des Spiegels anzubringen. Die sind sehr empfindlich und reagieren schon wenn man nur unterhalb des Glases Richtung Rahmen greift.

Ich habe gleich drei separat angeschlossene Sensoren verbaut, unten Links, unten Mitte und unten Rechts. Spezielle Funktionen haben die aktuell nicht, aber ich wollte mir die Option offen lassen. Eventuell kann man damit später die Ansichten nach links und rechts durchschalten oder Ähnliches.

Zur Montage habe ich ein altes Stahlseil in meiner Materialkiste gefunden, das sich wunderbar eignet.

Der Spiegel ist sehr schwer, aber die Halterung ist extrem Stabil und mit dieser Methode hat man die Möglichkeit den Spiegel nach Montage gut auszurichten.

Fertig

Anschlüsse. Mit Wlan-Modul wird nur noch Strom benötigt, sonst keine weiteren Kabel.

Toch-Sensoren am unteren Rand

Außerdem habe ich den Stromverbrauch gemessen:

5W mit Display aus, 28W mit Display an.
Ich habe diverse Scripts geschrieben, die den Bildschirm abschalten, wenn ich nicht Zuhause bin und ihn auch Nachts abschalten. Damit ist ein Stromverbrauch von 2-3€ im Monat realistisch.

Noch ein par Worte zur Software

Es gibt eigentlich nur eine ernstzunehmende Software für den Betrieb von Eigenbau-Magic Mirrors und zwar MagicMirror² LINK
Die Alternative Mirr-OS habe ich kurz ausprobiert. Sie ist super leicht einzurichten und funktioniert auch wunderbar, ist aber extrem beschränkt in ihrer Anwendung und ihren Modulen.
MagicMirror² hat hunderte Plugins und eine sehr aktive comunity.
Aber das hat nicht nur Vorteile. Manche Module sind nicht aktuell, oft muss man selbst Hand anlegen um das System überhaupt zum Laufen zu bekommen. Programmierkenntnisse und Kenntnisse von Linux- und Raspberry-Entwicklung sind hier absolut erforderlich.

Wenn man sich jedoch mal durch die Unmengen an Anleitungen und Modulen gewühlt hat, bekommt man ein sehr flexibles und tolles System mit MagicMirror²

Meine aktuellen Module:

  • Datum/Uhrzeit
  • Wetter aktuell
  • Wetter diese Woche
  • Kalender Termine
  • Kalender Geburtstage
  • Kalender Müllabfuhr
  • Status on/off und Farbe meiner Philips HUE Lampen
  • Status meiner Webseiten
  • Aktuell gespielter Titel auf Spotify mit Cover
  • Systemdiagnose CPU, RAM etc